
Was zu Beginn der Woche los war, war nur schwer zu übersehen. Pünktlich um 12.11 Uhr setzte sich der diesjährige Rosenmontagsumzug vom Hindenburgplatz aus in Bewegung um sich quer durch die Innenstadt in Richtung Prinzipalmarkt zu schlängeln. "Volles Rohr Karneval" hatte Stadtprinz Andreas IV. als Motto für den Höhepunkt der Session auserkoren und die 85.000 Zuschauer, die trotz der Kälte den Weg zum Zug gefunden hatten, machten kräftig mit.
Am Aschermittwoch war dann, wie immer, alles vorbei. Ob der Übersetzer, Schriftsteller und Schauspieler ("Harry" in der Lindenstraße) Harry Rowohlt deswegen erst am Donnerstag nach Münster gekommen war, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass es ein unterhaltsamer Abend im Gleis 22 werden sollte, wenn er gemeinsam mit dem Germanisten Christian Maintz komische Poesie, u.a. von Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz, Peter Rühmkorf, Ror Wolf, F.W. Bernstein und Wiglaf Droste aus dem Sammelband "Lieber Gott, Du bist der Boss, Amen! Dein Rhinozeros" rezitieren würde. Getreu Rowohlts Motto: "Ich lese komische Gedichte – und Christian Maintz erklärt den Leuten, warum sie gelacht haben." Eher gestaunt denn gelacht wurde am Freitag zur letzten Vorlesung der Kinderuni in diesem Semester, wo der Mediziner Dr. Markus Junghöfer den Kindern im Rahmen seiner Vorlesung die faszinierenden Mechanismen des Gehirns nahebrachte und zeigte, wie gut man dem Gehirn schon heute bei der Arbeit zuschauen kann. Zum Abschluss der Woche gab es ein etwas kurioses Jubiläum. Der vielen sicher noch bekannte Club "Dockland" am Hafen, der allerdings schon vor Jahren abgerissen wurde, feierte ungeachtet dessen sein 15-jähriges Jubiläum. Der Grund: Die dahinter stehende Dockland GmbH rund um Thomas Pieper betreibt an dessen Statt mittlerweile ganze fünf Läden in Münster, darunter mit dem Heaven quasi den legitimen Dockland-Nachfolger, wo sich auch heute noch die Prominenz der Elektronic-DJs die Klinke in die Hand gibt und wo in der Nacht auf Sonntag auch die Geburtstagsparty mit Tom Novy steigen sollte.